Die
Busfahrt war wie befürchtet eine einzige Katastrophe. Es ging damit los, dass
ein Film gestartet wurde, selbstverständlich auf voller Lautstärke, so dass ich
trotz Ohrenstöpfeln jedes Wort verstanden habe. Hab nicht einen in dem Bus
gesehen, der den Film geschaut hat, im Gegenteil, alle waren genervt davon. Zum
Glück war um dreiviertel 11 Schluss und es wurde kein 2. Film gestartet. Dafür war
die Straße dann mega kurvig und der Fahrer nahm jede mit extra viel Schwung.
Und ab eins stank dann urplötzlich auch noch der ganze Bus nach Klo und das
über Stunden, absolut ekelhaft. Da hab ich doch freiwillig die Maske über die
Nase gezogen, leider ohne Erfolg. Erst als ich auch noch unter dem Schlafsack
verschwand, wurde es erträglich. Kurz gesagt, mit Schlafen hatte die Nacht kaum
etwas zu tun und bequem sitzen ging irgendwann auch gar nicht mehr.
Um
kurz dreiviertel 7 kamen wir dann endlich in Tuxtla Gutierrez an, immerhin, eine
gute halbe Stunde früher als geplant. Wir stiegen aus, bekamen unsere Rucksäcke
und wollten ein Uber bestellen, aber auch hier gibt’s das nicht. Also musste ein
Taxi herhalten, zumindest erschien uns der Preis auf Anhieb halbwegs fair. So kamen
wir also schon kurz nach 7 in unserem Hostel Tres Central an, das zum Glück 24h
Rezeption hat. Und wir hatten noch mehr Glück, denn es hieß, ein Zimmer wäre
sofort für uns verfügbar, obwohl wir ja erst die nächste Nacht reserviert
hatten. Juhu, das war unsere Rettung. Das Zimmer ist der Hammer, eindeutig ein
Hotel- und kein Hostelzimmer. Mit eigener Dusche, nur das Klo ist auf dem Flur.
Ich duschte gleich mal, freiwillig kalt, denn hier herrscht ein ganz anderes
Klima und schon früh um 7 war es warm und feucht. Danach ging es bis kurz vor zehn
ins Bett, ich konnte zwar nicht wirklich schlafen, aber es war sehr erholsam.
Dann
starteten wir gemütlich, packten unsere Sachen für den Tag und gingen erstmal
zwei Blocks weiter frühstücken. Baguette und Cappuccino. Gestärkt suchten wir
uns ein Colectivo, das uns nach Chiapa de Corzo brachte. Zielgerichtet stiegen
wir am Hauptplatz aus und wurden direkt von einem Touri-Fänger angesprochen,
der uns genau das verkaufen wollte, was wir haben wollten: Eine Tour in den Cañón
del Sumidero. Wir liefen ihm nach, kauften Tickets, auch gleich noch für die
anschließenden Fahrt zu den Aussichtspunkten.

Wenige
Minuten später saßen wir auch schon mit einigen anderen zusammen in einem Boot und los ging die Fahrt mit viel Schwung. Wir hatten uns schnell noch einen Becher Mango geholt, sehr lecker unterwegs. Nachdem wir unter der Brücke nach Tuxtla durch waren, mussten wir alle die Ärmchen heben und an einer Kontrollstation unsere Eintrittsbändchen vorzeigen. Dann gab es erst ein wenig Getier zu sehen. Zwei Krokodile, ein paar neugierige Affen und Pelikane. Endlich kam auch Glotzkowski (das Teleobjektiv) zum Einsatz.
Dann ging es weiter, der Cañón ist insgesamt gut 40km lang, bis er an einer Staumauer endet. Stellenweise sind die Felswände rechts und links bis zu 1000m hoch. Wir sahen eine Grotte oder Höhle, Stalagtiten, ...
Dieser Wasserfall ist im Moment eher ein Wasserfällchen, dafür war er einen angenehme Abkühlung, auch wenns nur tröpfelte. Aber hier ist es schon richtig heiß. Übrigens heißt der Wasserfall Christmas Tree, ein wenig Ähnlichkeit ist schon vorhanden...
Nach etwa zwei Stunden waren wir wieder zurück am Ausgangspunkt und wurden direkt vom nächsten Chico abgeholt. Wir versorgten uns noch mit einer eisgekühlten Cola, bevor es in den ebenfalls sehr gekühlten Van ging. Wir fuhren ein ganzes Stück, zurück durch Tuxtla und dann steil bergauf. Insgesamt stoppten wir an vier verschiedenen Aussichtspunkten, die immer höher lagen bis zum letzten auf etwa 1000m über dem Cañón. Die besten Bilder konnte man eigentlich beim 1. machen, denn danach war das Wasser einfach zu tief unten...




Im Anschluss daran wurden wir zurück in die Stadt gebracht und am Hauptplatz ausgesetzt. Es war schon kurz nach 6 und ich hatte echt Hunger. Die Restaurantsuche gestaltete sich nicht so einfach, es gibt hier sehr viel Fastfood (international und national), manche Restaurants hatten auch schon geschlossen. Schließlich entdeckten wir ein spanisches, es stellte sich als gute Wahl heraus. Für gar nicht so viel Geld gab es zwei riesige Portionen, eine Art spanisches Cord-en-bleu für Katty und Tagliatelle mit Muscheln und Garnelen für mich. Die Bedienung war supersüß und sehr um unser Wohl besorgt, dann aber auch sehr glücklich, als wir ihr sagten, wie lecker es war. Leider schaffte ich die Nudeln nicht ganz...

Satt und zufrieden ging es ins Hostel und unter eine kalte Dusche. Absichtlich kalt! Danach sichteten wir die Fotos und überlegten, wie wir die nächsten Tage gestalten sollten. Unser zwischenzeitlicher Plan wurde wieder umgeworfen. Jetzt fahren wir morgen für eine Nacht (und knapp 2 Tage) an den Strand nach Puerto Arista. Ist wohl eher ein verschlafener Ort, da die meisten ja immer in Oaxaca an den Strand fahren. Sonntag Abend kommen wir für eine Nacht wieder hierher in unser Luxushostel, danach gehts dann etwas weiter nach Osten in Richtung Comitan und Umgebung. Jetzt ist es kurz vor zehn, ich bin absolut reif fürs Bett, gute Nacht!
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