20.8. - Pueblos magicos nicht ganz so magico und ganz unmagischer Zug

Gestern Abend lagen wir noch bis zehn oder so im Gemeinschaftsbereich rum, bevor es ins Bett ging. Das ist ganz schön durchgelegen und ein wackliges, quietschendes Stockbett, wirklich das einzige Manko an einem wirklich tollen Hostel. Aber unten wird gerade ein neuer Dorm mit massiv gezimmerten Holzkojen gebaut, das wird mal richtig toll. 
Geschlafen hab ich dementsprechend nicht so überragend, heute früh war dann zwischen 7 und halb 8 der ganze Dorm wach und wir konnten uns ohne jemanden zu stören fertig machen und mal wieder ausziehen. Oben unterm Dach fanden wir dann die beiden Katzen für eine morgendliche Katzenmeditation. Um halb 9 ging es runter zum Frühstück, auch heute wieder lecker. Danach liefen wir zum Treffpunkt für unsere heutige Tour, es sollte in zwei Pueblos Magicos gehen. 
Nach kurzem Warten kam unser Fahrer und Guide samt Van, neben uns waren noch ein Paar aus CDMX und sechs nordmexikanische Oberschicksen am Start. Zunächst ging es bergauf nach Chamula, einem Ort mit der indigenen Bevölkerung der Tzotzil, Nachfahren der Maya. Irgendwie eine sehr skurrile Erfahrung. Erst hielten wir an einem Friedhof, wo wir aber nicht aussteigen durften. Es wurde nur die Tür geöffnet und eine Horde Verkäuferinnen fiel über uns her. Oder besser über die Schnicksen, die auch gleich eifrig kauften. Dann gings weiter zur Kirche.


Und dann wurde es richtig strange. Wir gingen samt eines lokalen Guides in die Kirche, dort war die Hölle los. Musik, Gesang, spielende Kinder, tausende Kerzen, Hühner in Kartons, die für Gesundheit geopfert werden, Schnaps, der geopfert, aber auch getrunken wird. Nicht ein einziger (außer einigen der Touris) trug eine Maske. Vermutlich ist hier die Durchseuchung bereits abgeschlossen - wer nicht mehr in der Kirche sitzt, ist an unserem ersten Halt zu finden... Dass der ganze Bau nicht einfach abfackelt, grenzt an ein Wunder. Wie gesagt, überall Kerzen, auch auf dem Boden, der voller Kiefernnadeln ist... Ein bisschen kam ich mir vor wie im Zoo, wobei ich mir nicht sicher bin, welche Gruppe die Besucher waren...


Nach dem Kirchenbesuch ging es weiter in das zweite Dorf, Zinacantan. Hier wurde die Sache etwas bodenständiger, denn wir kamen wieder in eine klassische Verkaufsshow. Ok, eine mit doch einigem an Hintergrundwissen, das uns eine süße 14-jährige näherbrachte. 


Wieder einmal wurde uns gezeigt, wie gewebt wird. Außerdem erzählte das Mädchen, wie lange das alles dauern würde. Eine Woche Arbeit für ein langes gewebtes Tuch oder Schal. Wow, die müssen hier seit Jahrhunderten sitzen und nur für den heutigen Tag weben. Restlos entzaubert wurde das Ganze dann für mich, als ich mal wieder meinen bolivianischen Pulli entdeckte (für den 2,5fachen Preis). Auf meine Frage, ob die denn auch hier gefertigt werden, kam ein klares Siii!!! 


Wir durften dann auch noch die traditionellen Trachten der verschiedenen Volksstämme und Dörfer bewundern und die von Zinacantan auch anziehen. Wer wollte. Die Schnicksen wollten...


Meine Schnickse auch 😳 Sie brauchte wohl ein bisschen Dirndl-Feeling. Ich nicht!


Danach gab es schon mal wieder Posh, also den regionalen Schnaps zum Probieren. Und im Anschluss wurden wir in die traditionelle Küche geleitet, wo es neben Kaffee selbstgemachte Tortillas mit Bohnen, leckerem Käse und Salsa gab. Hinsichtlich der Schärfe war ich auf jeden Fall mutiger als die Mexikaner. Hab es auch nicht bereut, war echt lecker! 



Danach fuhren wir wieder zurück in die Stadt, wo wir gegen halb 2 ankamen. Wir liefen zum Hostel, denn inzwischen war es recht frisch, ich wollte den Pulli holen, außerdem konnten wir unser drittes Zimmer beziehen. Das schönste und größte und v.a. das mit der besten Aussicht. Dann ging es in ein kleines Café, wo wir uns Cappuccino, Smoothie und eine Bagel gönnten. Im Anschluss buchten wir Katty einen Shuttle für Montag zum Flughafen - krass wie die Zeit vergeht - und erkundigten uns nach Colectivos für mich nach Palenque. Mit dem Bus will ich keinesfalls fahren, die mit dem Stinkeklo und das 9 Stunden, die Colectivos fahren über den Berg und brauchen nur 5...
Unser letzter Punkt auf der Tagesordnung war eine Fahrt mit einem "Zug", der hier die Touris durch die Straßen karrt. Den hatten wir schon mehrfach gesehen und dachten uns, er bringt uns vielleicht zu ein paar noch unbekannten Stellen. Leider weit gefehlt, bis auf die Kirche auf dem Bild hatten wir alles schon zu Fuß erkundet. Das war wirklich nur die Walkingtour für Lauffaule... Dafür mit Fernseher und quietschend schriller Hintergrundmusik und langsamer als zu Fuß. Zum Glück kostete das Ding auch nur etwa 3€ pro Nase.


Als und die Kiste endlich wieder ausgespuckt hatte, war es schon halb 5, wir wollten noch zum Markt für morgen einkaufen, denn morgen geht es ja für zwei Tage zu den Seen von Montebello und einigen anderen Highlights (also gibt es morgen auch keinen Blog...). Wir kauften etwas Obst, Erdnüsse und was gebackenes, fließender Übergang zum Abendessen, Tanja hatte gestern was von der besten Pizza in San Cristobal erzählt, wir wollten es versuchen. Also Katty, ich nahm lieber Spaghetti mit Pesto. Tatsächlich war die Pizza richtig gut, endlich mal Teig wie von Zuhause gewohnt. Der Pesto war auch gut, frischer Basilikum und reichlich Parmesan obendrüber. Die Pizzareste wurden auch für morgen mitgenommen und dieses Mal sicherheitshalber versteckt nach Hause transportiert.
Zurück im Hostel sortierten wir unsere Habseligkeiten auf verschiedenen Haufen und packten für morgen, denn um acht Uhr gehts los. Danach gings durch die Dusche. Jetzt ist es acht Uhr und der Blog ist fertig, geschrieben an unserem eigenen Tisch im Zimmer 😂 Werden jetzt wohl noch etwas lesen oder so, vielleicht schau ich auch nochmal runter, aber viel mehr wird nicht mehr passieren.
Übermorgen kommen wir auch erst gegen acht Uhr abends zurück, ich hoffe, dass ich dann wenigstens einen Tag vom Blog schreiben werde, falls nicht, nicht sauer sein...

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

08.09. - Ein letztes Mal tauchen

Noch 38 Tage - Zeit für den ersten Blog und eine Blogadresse

05.09. - Cenotentauchen die zweite