03.09. - Tulum - Weiter an die Riviera Maya

Als ich gestern Abend zur Lichtshow wollte, lief ich noch zwei deutschen Mädels in die Arme, die mich nach Tipps fragten. Ich nahm sie kurzerhand direkt mit und wir unterhielten uns gut. Die Lichtshow war außergewöhnlich, auf die Außenmauer des Convents wird die Geschichte der Region und der Stadt selbst projiziert und erklärt. Echt toll gemacht, hab ich so noch nie gesehen. 


Heute Nacht war es dann wirklich Zeit, den Schlafsack rauszukramen, die AC zeigte zwar (nach kurzer Diskussion) 25°, aber die Luft, die sie rauspustet, ist einfach kalt, Punkt! Mit Schlafsack war es dann aber durchaus angenehm und ich schlief gut. Gegen halb 7 war ich wach, da zwei der übrigen Mädels heute nach Chichen Itza fuhren. Ich blieb aber bis acht liegen und las noch etwas, dann packte ich gar zusammen und ging nach unten zum Frühstück. Auch hier zeigen sich erste Fortschritte, so gab es heute zusätzlich noch Bananen und Müsli mit Joghurt, die sind auf einem guten Weg. Deutlich besser gestärkt als das letzte Mal lief ich um kurz nach 9 zum Busbahnhof.
Mein Bus nach Tulum heute war ein Sprinter, leider wieder von ADO und erwartungsgemäß kalt. Obwohl ich gestern nur noch zwischen zwei Plätzen wählen konnte, war der Bus aber halb leer und ich zog auf einen Einzelplatz ganz vorne und somit vor den fiesen, nicht schließbaren Lüftungsschlitzen um. Dort war es auch kalt, aber zumindest ohne Wind. Die AC war halt auf 20° eingestellt, bei ca. 33° Außentemperatur...
Immerhin, die Fahrt dauerte heute nicht lang, kurz nach 11 war ich in Tulum. Wie so oft in Mexiko ist der Busbahnhof an einer Hauptstraße, doch an der befindet sich nur der Fußgängerausgang. Die Busse müssen immer ewig durch irgendwelche schmalen Nebenstraßen anfahren und kommen dann durchs Hintertürchen. Völlig unlogisch.
Mein Hostel Oryx war an derselben Hauptstraße, ca. 500m entfernt, sodass ich hinlaufen und dabei auftauen konnte. Dort angekommen erwartete mich eine grandiose Location. Alt, aber neu eröffnet, kleine Bungalows und etwas größere Dormhäuschen, dazwischen viele Pflanzen und ein hübscher Pool. Ein Traum, und das im Dorm für nicht einmal 7€ die Nacht in einem der eher teuren Orte Mexikos. Ich durfte auch direkt einchecken und meinen Achter-Mädelsdorm beziehen. Er ist - zumindest heute Nacht - ein Einzelzimmer (juhu, die AC bleibt aus!). 
Ich fragte Kevin, den argentinischen Chef(!), kein Witz, nach Tauchoptionen, er meinte, ein Typ von einer Tauchschule käme sowieso gleich vorbei, perfekt. Ich zog mich schnell etwas luftiger an und richtete mich häuslich ein, dann konnte ich auch schon meine Tauchpläne für morgen und vielleicht auch übermorgen abchecken. Um neun gehts los, welche Cenote es genau wird, ist noch unklar, mir aber auch egal, für 120$ gibts zwei Tauchgänge. Ist hier wohl etwa der Standardpreis, dazu kommt noch der Cenoteneintritt, der hier wohl auch mal bei 300 Pesos, also 15€ liegen kann!
Als ich dann endlich startklar war, es war schon etwa halb 1, begann es ordentlich zu schiffen, so dass ich noch kurz warten musste. Dann lief ich die Hauptstraße lang auf der Suche nach Kaffee und Snack und landete im Raw Love, wieder einem veganen Restaurant. Die haben aber auch einfach unglaublich viel Stil! Ich orderte einen veganen Frappuccino mit Kokosmilch (erstaunlich gut, mit Kardamom und Zimt, muss ich mal nach"kochen") und eine Berry-Bowl, ebenfalls sehr lecker. Aber auch auf einem ganz anderen Preisniveau, mit Trinkgeld war ich bei 13€!

Als ich weiterziehen wollte, begann es schon wieder zu regnen, sodass ich nochmal umdrehte, um das schlimmste auszusitzen. Beim nächsten Versuch kam ich immerhin halbwegs trocken zu einer Colectivo-Haltestelle, denn ich wollte heute noch zu den Ruinen von Playa. Die schließen um halb 5 und das wird dann mit tauchen die nächsten Tage nicht mehr klappen. Als ich ausstieg und für 5 Minuten Fahrt 25 Pesos, also über 1€ berappte (gestern bin ich für 40Pesos ne dreiviertel Stunde lang gefahren), goss es schon wieder wie aus Eimern, sodass ich mich erstmal unter das nächste Vordach rettete. Mit der Zeit wurde es weniger und ich konnte die zehn Minuten zum Eingang zurücklegen. Die Ruinen sind preislich mit den 80 Pesos wieder Standard. Dummerweise lief genau vor mir eine 30 Mann Horde mexikanischer Halbstarker ein, bewacht von zwei Tourorganisatoren, da stand schon was von Party... auf deren Shirts. Was die bei solchen Ruinen wollen, ist mir ein Rätsel. Überhaupt, der Anteil an Instagram-Schnicksen und Fremdschäm-Prols, die mit lauter Musik zwischen den Ruinen rumrennen, steigt hier exponential...


Ich konnte mich zumindest von dieser Gruppe absetzen und dann doch relativ ungestört durchlaufen. Ansonsten war nicht mehr übermäßig viel los, es war auch schon 3 Uhr durch und leerte sich zunehmend.


Die Ruinen hier haben wieder ihren ganz eigenen Charme. Und auch der graue Himmel hatte irgendwie was, bei strahlend Blau kann das ja jeder! Es tröpfelte immer wieder etwas, mal mehr mal weniger, aber die Temperaturen waren sehr angenehm. Ich hatte mich mit den Jesuslatschen auch für die richtigen Schuhe entschieden, so hatte ich keine Probleme mit den unzähligen Pfützen. Wobei es Leute in Flipflops gibt, die außenrum balancieren 🙈


Bei besserer Witterung und weniger Seegang kann man hier wohl sogar baden und Schildkröten legen auch ihre Eier ab. 



Verglichen mit anderen Ausgrabungsstätten sind diese hier nicht so gut erhalten bzw. restauriert. Es gibt kaum Verzierungen zu sehen, so dass ich nicht mit meinem Wissen vor mir selbst angeben konnte. Auch die magischen Zahlen hab ich weder groß entdeckt noch etwas darüber gelesen. Vielleicht waren die Mayas hier auch einfach nicht so intelligent... Aber eine schöne Wohnlage haben sie sich ausgesucht!




Um Viertel fünf war ich einmal gemütlich durch und lief zurück zur Hauptstraße, wo mich nach kurzem Warten ein Colectivo einsammelte und in den Ort brachte. Übrigens fahren die von hier auch weiter hoch nach Playa del Carmen, ich muss also wohl mal nicht ADO fahren... Allerdings waren die beiden auch ähnlich gekühlt...
Ich hatte vorhin schon mal recherchiert, was es zum Abendessen gibt und eine vegane Taqueria entdeckt, zu der ich jetzt lief. War zwar noch etwas früh, aber der Magen sagte ganz klar: Abendessen! Der Laden ist echt toll, die faken hier alle möglichen Fleischtaccos mit Soja, Weizen oder Jackfruit, echt lecker. Ich begann mit einer Auswahl aus vier verschiedenen und legte dann noch zwei nach. Mit 1€ pro Stück auch preislich ok. Wie in einer echten Taqueria gibt man dann verschiedene Moles oder Salsas und so dazu. Ich erkundigte, ob "muy piccante" lokal oder touristisch gemessen wird und konnte dank passender Antwort ohne große Sorgen zu "sehr scharf" greifen. Da geht schon noch was! 😂


Satt ging es zurück zum Hostel und dort erstmal in den Pool. Es war zwar immer noch wolkig und auch nicht mega warm, aber ich hatte noch Lust auf eine Runde plantschen. Dort traf ich dann auch schon auf die nächsten zwei Deutschen und den ersten, den ich kenne, der schon seine Drittimpfung hat (ok, er hat als Impfarzt gearbeitet, war also einer der allerersten und startet jetzt zu eine Weltreise...) Wir unterhielten uns ganz gut und konnten wieder einmal viele Tipps austauschen.

Als der Himmel immer dunkler wurde, gingen wir dann aber doch in Richtung Duschen weiter. Jetzt sitze ich seit einiger Zeit auf meiner ganz privaten Terrasse. Das geniale daran: Alles ist mit Moskitogittern geschützt, muss ne ziemliche Arbeit gewesen sein, aber somit sitze ich hier ohne Chemie und trotzdem völlig entspannt (am Pool haben mich gerade fünf kleine A... in den Hintern gestochen...). 


Das Internet ist hier flächendeckend richtig gut. Ich habe heute nur mit dem Handy fotografiert und gerade alles über die Dropbox auf den PC befördert, das ging superschnell. Meine Kamera hat nämlich mal wieder beschlossen, zu spinnen, sie lädt zur Abwechslung nicht mehr. Vielleicht liegts auch am Kabel, wobei alles andere damit noch zu laden ist. Aber das ist mir jetzt auch egal, ein bisschen Akku hat sie noch und alles, was ich jetzt noch sehen werde, braucht entweder sowieso die Gopro oder lässt sich auch mit dem Handy knipsen. Denn außer Cenoten, Unterwasserwelten und Strand wird es nicht mehr viel geben in meiner letzten Woche Mexiko. Wahnsinn, wie die Zeit wieder vergangen ist...
Jetzt ist es dreiviertel 9, ich werde dann hier noch etwas chillen und dann hoffentlich gut schlafen...

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